Chronik der FF Körzendorf
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Den Grundstein unserer freiwilligen Feuerwehr Körzendorf legten 44 Männer am 4. März 1875 bei einer Versammlung, zu der der Landesausschuss der bayerischen Feuerwehr 1873 zur Verbesserung des Feuerlöschwesens alle Gemeinden aufgerufen hatte. Offiziell genehmigt wurde unsere Wehr am 20. September 1875 im kgl. Bezirksamt Pegnitz unter der Nummer 3299. Unter den 44 Männern waren auch 19 Männer aus den Ortsteilen Vorder- und Hintergereuth und dem Einzelgehöft Hütten. Diese Gereuther machten sich am 5. Februar 1901 selbständig und gründeten ihre eigene Wehr.
Erster Vorstand wurde Georg Grüner, der damalige Bürgermeister von Körzendorf. Als Kommandant wählte man Andreas Brendel, der sich für die Ausbildung bereiterklärte. Die Vorstandschaft vervollständigten Adjutant Johann Link und Schriftführer Johann Wohlfahrt, beide aus Hintergereuth.
Über fast 84 Jahre bis 1962 war das erste und einzigste Requisit zur Brandbekämpfung eine Handdruckspritze, in die das Wasser mit Eimern geschüttet werden musste. Diese schaffte man im Jahre 1878 an. Bis 1912 entnahm man das Wasser zum Löschen einem Feuerweiher und einem Hirtenweiher. Unter solchen schlechten Voraussetzungen konnte deshalb das komplette Niederbrennen des Anwesens Tengenfelder im Jahre 1905 nicht verhindert werden, dem ersten Schadenfeuer nach Gründung der Wehr. Eine noch größere Katastrophe konnte durch das beherzte Eingreifen eines Reizendorfer Bauern abgewendet werden. Er stellte sich auf einem Heustoss in der benachbarten Scheune und versuchte dem Funkenflug Herr zu werden. In den darauffolgenden Jahren verzeichnete man keine besonderen Vorkommnisse.
Mit dem Jahr 1912 hatte die alte Spritze für den örtlichen Brandeinsatz ausgedient. Damals legten Körzendorfer Bürger eine Wasserleitung für unsere Ortschaft an. Übrigens die erste in der Gemeinde Ahorntal. Somit hätten eventuelle Brände mit dem Anschluss an die Hydranten bekämpft werden können. In einer gesonderten Kammer speicherte man genügend Wasser für den Ernstfall. Auf diese Wasserreserve musste erst im Jahre 1967 bei dem Brand des Anwesens Karl Herzing zurückgegriffen werden.
Die Stammliste verrät, dass schon wenige Jahre nach der Gründung einige Feuerwehrmänner ihre Ortschaft verließen, um sich z.B. in Amerika eine Existenz aufzu-bauen. Ein Briefwechsel zwischen dem kgl. Bezirksamt Pegnitz und der Gemeinde Körzendorf aus dem Jahre 1903 zeigt, dass das Feuerwehrwesen streng kontrolliert und oberflächliche Geschäftsführung gerügt wurde. So hatte der damalige Bürgermeister zehn Feuerwehrmänner für die Verleihung des Feuerwehrabzeichens für 25-jährige aktive Dienstzugehörigkeit vorgeschlagen. Von Amts wegen wurde jedoch festgestellt, dass nur ein Feuerwehrmann die geforderten Bedingungen erfüllte. Somit ehrte man als ersten Feuerwehrmann Johann Brendel für seine 25-jährige aktive Dienstzugehörigkeit.